Kapitel 6: Die Rettung der Schreikraniche
6.5 Fünf Jahre akustisches Monitoring der letzten wilden Population

1999 habe ich auf Anregung des Whooping Crane Recovery Teams meine sonographische Methode auch für die letzte wilde Schreikranichpopulation eingeführt. Grus americana ist die weltweit am stärksten bedrohte Kranichart. Sie umfaßt derzeit knapp über 200 Individuen in der Wildpopulation. In zwei Wintern nahm ich selbst auf, danach haben lokale Mitarbeiter die Kranichrufe aufgenommen und mir zur Analyse zugeschickt.

Wir kennen jetzt fast 90% aller verpaarten Kraniche, die ein Territorium beanspruchen. Ich konnte einige Paare bis ins Jahr 1999 zurückverfolgen und für zahlreiche Paare ihren Aufenthaltsort im Brutrevier und im Winterquartier bestimmen.

Im Februar 2005 auf der diesjährigen Tagung des Whooping Crane Recovery Teams habe ich die Ergebnisse vortragen können: Vortrag in pdf.

Die Interpretation der Spektren so, daß wir auch Individuen (das einzelne Männchen und das einzelne Weibchen) erkennen können, ist beim Schreikranich schwieriger, aber machbar: wir konnten erkennen, daß das alte Paar # 1 nicht mehr zusammen ist (Weibchen tot), und daß ein einzeln auftretendes Männchen das M aus diesem Paar ist (PDF), das sich in diesem Winter mit einem neuen Weibchen (PDF) verpaart hat.

Die Methode hat sich also besonders in diesem weltweit bedeutenden Artenschutzprojekt bewährt, in dem Beringung seit Jahren nicht mehr durchgeführt wird / werden kann.

Weitere Details:
Winter 2003/2004 ANWR (PDF)
Summer 2004 WBNP overview (PDF)

zurück weiter
Hauptmenue | Vorwort | Kap 1: Bild und Ton | Kap 2: Kranicharten | Kap 3: Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz
Kap 4: Graue Kraniche | Kap 5: Mandschurenkraniche | Kap 6: Schreikraniche | Kap 7: Resumés | Kap 8: Anhang