Kapitel 3: Individuelles Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz

Kraniche, die brüten, sondern sich ab und verteidigen ihr Revier gegen andere Kraniche. Bei der Übersommerung hingegen (Brutpause) schließen sie sich anderen Kranichen an, ebenso jedesmal im Winter. Jugendliche scheinen besonders wechselhafte Beziehungen durchzumachen, denn wir können sie im Frühjahr über Tage hinweg in einer Gruppe von z. B. 9 Kranichen, dann für eine Woche vielleicht als 3er- oder 4er- Gruppen, dann wieder als komplette 9er- Gruppe ausmachen, bevor sich beispielsweise das erste Paar stabil gebildet hat und sich dieses beginnt abzusondern.

Das Verwenden von Symbolen müßte sicherlich noch intensiv untersucht werden. Es ist überlegenswert, ob beispielsweise das „Hinter-sich-Werfen“ von Grasstücken oder Kartoffeln bei der Balz oder die Balz selbst als Symbolverwendung bezeichnet werden kann.

Auch die Nachahmung (wie wir sie bei Hähern oder Papageien, auch sogar bei Drosseln finden) scheint nicht besonders ausgeprägt zu sein, wenn wir einmal vom nachahmenden Lernen der Jungen absehen. Hier sei noch einmal auf die Nachahmung des Tanzes der Eltern durch das gerade flügge Junge (siehe oben unter „Freude“) hingewiesen.

Erkennen Kraniche sich selbst? Spiegelgeschichte aus Japan.

Z
uletzt sei diese Frage betrachtet. Es sind keine Untersuchungen bekannt, wonach mit Kranichen der berühmte Spiegeltest [] ausgeführt worden wäre, und wenn, würde es mich nicht überraschen, wenn sie sich - wie auch andere Vögel - nicht erkennen würden. Die Selbsterkennung im Spiegel verlangt ein differenziertes und zutreffendes (!) optisches (und übrigens spiegelverkehrtes) Bild seiner selbst.
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Hauptmenue | Vorwort | Kap 1: Bild und Ton | Kap 2: Kranicharten | Kap 3: Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz
Kap 4: Graue Kraniche | Kap 5: Mandschurenkraniche | Kap 6: Schreikraniche | Kap 7: Resumés | Kap 8: Anhang