Kapitel 3: Individuelles Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz

Methoden

D
iese Kriterien werden im folgenden anhand von Freilandbeobachtungen beleuchtet und diskutiert. Die beobachteten Kraniche leben frei, wild, und - soweit man davon in einem von vielen Menschen frequentierten Naturschutz gebiet sprechen kann - von Menschen unbeeinflußt. Jedenfalls sind die auftretenden Umstände nicht gezielt herbeigeführt. Es werden keine Experimente mit den Kranichen angestellt, sie werden nicht gefüttert, und wenn es Probleme gibt, greifen wir nicht ein, es sei denn, sie werden von Menschen verursacht. Ich betrachte die Kraniche als Subjekte, als Persönlichkeiten und begegne ihnen mit Distanz und Respekt.

Dem Autor ist bewußt, daß für die Beobachtungen und Schlußfolgerungen die Kriterien für eine exakte wissenschaftliche Interpretation noch nicht erfüllt sind. Beobachtungen im Freiland lassen sich nicht geplant anstellen, oft ist kein Zeuge dabei. Insbesondere der Zusammenhang mit zeitlich versetzten Ereignissen oder Situationen vor oder nach der unmittelbaren Beobachtung ist schwer zu erkennen und wird bei der Interpretation mit gebotener Vorsicht dargestellt.

Andererseits sollte den Befürwortern ausschließlich sog. „kontrollierter Experimente“ im Labor bewußt sein, daß sie die geistigen Fähigkeiten ihrer Untersuchungsobjekte in unnatürlicher Umgebung untersuchen und überwiegend solche Fähigkeiten beobachten, die in der untersuchten Form im normalen Leben nicht entwickelt oder nicht benötigt werden. Dafür hat diese Vorgehensweise den Vorteil der Quantifizierbarkeit und Reproduzierbarkeit.

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Hauptmenue | Vorwort | Kap 1: Bild und Ton | Kap 2: Kranicharten | Kap 3: Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz
Kap 4: Graue Kraniche | Kap 5: Mandschurenkraniche | Kap 6: Schreikraniche | Kap 7: Resumés | Kap 8: Anhang