Kapitel 3: Individuelles Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz

Die Intelligenz von Krähen ist in einem guten qualitativen Überblick von C. Savage beschrieben worden, die sogar sprachlichen Fähigkeiten des Papageien „Alex“ der amerikanischen Forscherin I. Pepperberg sind weithin bekannt, ebenso die Abstraktionsfähigkeiten von Tauben. Krähen rufen sich offensichtlich mit so etwas wie „Vornamen“ an. Während Säugetiere, darunter vor allem Primaten, aber auch unter Freilandbedingungen eingehend untersucht worden sind, sind solche Projekte an Vögeln nicht bekannt. Kraniche, die sich wegen ihrer Attraktivität und Bedrohung einiger Aufmerksamkeit erfreuen dürfen, sind dennoch weder im Freiland noch unter kontrollierten Laborbedingungen auch nur im Ansatz systematisch auf ihre Intelligenzleistungen hin erforscht worden. Die zugänglichen Veröffentlichungen konzentrieren sich auf Aspekte der Verbreitung, Reproduktion, Nahrung und auf das Zugverhalten.

Die Intelligenz und besonders die Frage, ob und inwieweit sich Tiere ähnlich wie Menschen (oder ggf. in eingeschränktem Umfang) ihrer selbst und bewußt sein und Probleme gezielt angehen und bewußt lösen können, ist ein spannendes Gebiet der modernen Biologie.

Ein Buch widmet sich ausschließlich dieser Frage und konzentriert sich dabei auf die Selbsterkennung im Spiegel und das seit den klassischen Versuchen von Gallup als Kriterium für Selbstbewußtsein angesehene „Markierungsexperiment“.

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Hauptmenue | Vorwort | Kap 1: Bild und Ton | Kap 2: Kranicharten | Kap 3: Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz
Kap 4: Graue Kraniche | Kap 5: Mandschurenkraniche | Kap 6: Schreikraniche | Kap 7: Resumés | Kap 8: Anhang