Kapitel 3: Individuelles Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz
3.3 Freilandbeobachtungen zu Intelligenz und Bewußtsein des Grauen Kranichs (grus grus)

Abstract

A
n zahlreichen über mehrere Jahre und an bis zu 7 Kranichbrutpaaren im Freiland gewonnenen Beobachtungen wird diskutiert, wie flexibel Kraniche bei Problemlösungen vorgehen und in welchem Umfang sie sich dabei ihrer selbst bewußt sein könnten. Die Schlußfolgerungen werden im Zusammenhang mit Beobachtungen anderer Autoren und mit Ergebnissen der modernen Verhaltens-, Gehirn- und Bewußtseinsforschung diskutiert. Es ist das Ziel der Veröffentlichung, systematische Verhaltens- und Intelligenzstudien an Kranichen anzuregen.

Einleitung

Ü
ber die Intelligenzleistungen von Vögeln ist immer noch wenig bekannt, insbesondere darüber, ob und wie diese in der Lage sind, Erfahrungen zu verallgemeinern und auf neue Problemstellungen kreativ anzuwenden.

Die überraschenden Beobachtungen von Hunt, wonach Krähen in Neukaledonien Werkzeuge herstellen und benutzen, die bereits weiter entwickelt sind als die ersten bekannten Werkzeuge von Menschenhand, haben das Bild über Vögel und die Forschungsrichtungen noch nicht grundsätzlich beeinflußt. Neueste Laboruntersuchungen von Clayton und Dickinson zeigen, daß Buschblauhäher über ein sog. „episodisches“ Gedächtnis verfügen, das Vorgänge in Raum und Zeit ordnet und ihnen bei der Entscheidung über die Suchstrategie nach versteckter Nahrung hilft.

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Hauptmenue | Vorwort | Kap 1: Bild und Ton | Kap 2: Kranicharten | Kap 3: Kennenlernen, Verhalten und Intelligenz
Kap 4: Graue Kraniche | Kap 5: Mandschurenkraniche | Kap 6: Schreikraniche | Kap 7: Resumés | Kap 8: Anhang